Projekt Plantein - Vorhabenbeschreibung
MuD Proteine leguminosenfreier Anbaualternativen nicht tierischer Erzeugung in Nahrungsmitteln

Kurzdarstellung:
Das Projekt Plantein soll landwirtschaftlichen Betrieben Einkommensalternativen zur Tierhaltung im expandierenden Markt pflanzlicher proteinhaltiger Nahrungsmitteln aufzeigen. Im Speziellen sollen Proteine aus nicht legumen-Pflanzen demonstrativ aus den Roherzeugnissen extrahiert bzw. aufkonzentriert werden und den landwirtschaftlichen Betrieben eine maximale Partizipation an der Wertschöpfungskette ermöglichen. Dieses Projekt soll über demonstrative Pfade den interessierten Betrieben Optionen aufzeigen und die Markteintrittsbarriere fehlenden Wissens (Know-How) für die Betriebe reduzieren, die bisher eine große Hürde für landwirtschaftliche Betriebe darstellt. Dazu werden schwerpunktmäßig Kulturen wie Sonnenblume (Helianthus annuus), Amaranth (Amaranthus sp.), Quinoa (Chenopodium sp.) sowie Körnerhanf (Cannabis sativa), Leinsamen (Linum usitatissimum), Chia (Sativa sp.) und Raps (Brassica napus) angebaut und die jeweiligen Anbauverfahren dabei auf die bisher betrieblich kaum bekannte spezielle Verwertung als Protein in Nahrungspflanzen angepasst. Nach der Beerntung dieser teilweise weit ver-
breiteten Kulturen (bspw. Raps) sowie von Nischenkulturen (bspw. Hanf) sollen die Rohstoffe mittels marktreifer Technik auf den Betrieben aufbereitet werden und so eine vertikale Integration von Wertschöpfungsstufen erfolgen. Die Produkte finden Absatz in der Direktvermarktung oder als Vorprodukt für die Lebensmittelindustrie. Im Falle der Direktvermarktung müssen die Betriebe Produkte kreieren, die neue Eigenschaften bzw. Nutzen für den Kunden beinhalten. Zur Vermarktung der Vorerzeugnisse müssen spezielle Qualitätsanforderungen des nachgelagerten Bereichs erreicht werden. Diese qualitativen Anforderungen sowohl aus Sicht des Endkunden wie auch nachgelagerter Wirtschaftspartner sind sehr divers und bisher kein Gegenstand allgemeiner Qualitätsbetrachtungen landwirtschaftlicher Betriebe in der Herstellung pflanzlicher Erzeugnisse. Die wechselseitige Abhängigkeit des landwirtschaftlichen Anbaus wie auch der technischen Weiterverarbeitung wird zentraler Gegenstand der Demonstrationen sein. Über die Wahl der Anbaukultur und der Kulturführung werden Proteingehalte und teilweise auch die Struktur beeinflusst. Die technische Aufbereitung (bspw. Druck, Temperatur, mechanische Beanspruchung) hat großen Einfluss auf die technofunktionalen Eigenschaften der Proteine und die Verwendung in der Herstellung von Lebensmitteln, insbesondere Fleischersatzprodukten. Obwohl der Markt einen großen Bedarf an möglichst gering verarbeiteten pflanzlichen Proteinerzeugnissen hat, ist das Wissen über die qualitativen Anforderungen in der landwirtschaftlichen Praxis kaum verbreitet und ebenso die Chance hochwertige Rohstoffe aus der Region zu beziehen in der Lebensmittelbranche kaum beachtet. Dieses Modell- und Demonstrationsprojekt soll diese Wissens-Lücke zwischen den Disziplinen der landwirtschaftlichen Urproduktion und der Lebensmittelindustrie durch Beteiligung von Institution mit vorhandenen Netzwerken (v.a. landwirtschaftliche Betriebe sowie Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung) in beide Disziplinen schließen und so eine Win-Win-Situation schaffen, an der landwirtschaftliche Betriebe durch Sicherung des Einkommens partizipieren. Die Vernetzung und der Wissenstransfer wird über Veranstaltungen wie Feldtage, Netzwerktage, Seminare, Exkursionen oder Runde Tische realisiert. Über die Einbindung weiterer regionaler Akteure und Beratungsdienste sollen die Aktivitäten auch auf andere deutsche Regionen ausgeweitet werden, mit dem Ziel der Unterstützung regionaler Wertschöpfungsketten. Die beteiligten Institutionen werden dabei die Projektinhalte in die Struktur ihrer Einrichtungen (wie bspw. Beratung) einbinden und so eine direkte Ansprache der betroffenen Betriebe sowie eine Verstetigung des Projekts nach Beendigung des Förderzeitraums sicherstellen.
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Kontakt LWK RLP
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Nils Töpperwien
Tel.: 0671 793 811
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